Sauberes Wasser in den Slums von Mombasa

Desolate Wasserversorgung

Katastrophale Lage vor der Hilfe der beiden Stiftungen

Mehr als 2000 Menschen im kenianischen Mombasa haben seit Januar 2014 Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ermöglicht haben dies die Water is Right Foundation und die Udo-Lindenberg-Stiftung sowie das Unternehmen Lavaris Technologies GmbH aus Hof. Mit Hilfe eines mit 50 000 Euro bezifferten Projektvolumens konnten die drei Organisationen zu Beginn des Jahres eine Wasseraufbereitungsanlage aus Deutschland an einer Grundschule im Slum-Viertel Bombolulu sowie ein neues Wasserversorgungssystem in einem 20 km außerhalb von Mombasa gelegenen Ausbildungszentrum in Betrieb nehmen. Zuvor war ein unbedenklicher Genuss des Wassers aufgrund starker Verschmutzung und Belastung mit Schwermetallen und Bakterien nicht möglich gewesen.

Unter Teil 1 und Teil 2 können Sie sich die Umsetzung vor Ort anschauen.

Udo-Lindenberg-Stiftung und „Water is Right“ gaben den Anstoß

Diese Umstände waren Arno Köster von der Udo-Lindenberg-Stiftung erstmals im Mai 2011 bekannt geworden. „Wir wollten hier unbedingt etwas tun, brauchten aber noch Mitstreiter und sprachen so unseren langjährigen Freund Rolf Stahlhofen an“, erinnert sich Köster, Die von dem Sänger und Gründungsmitglied der Söhne Mannheims, Rolf Stahlhofen gegründete Stiftung Water is Right engagiert sich seit Ihrer Gründung für den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung in der Welt. Bereits in den vergangenen 2 Jahren wurden Projekte in Haiti umgesetzt, einem Land, in dem die Cholera sich ausbreitet und sauberes Wasser ein Kernelement bei der Eindämmung der Epidemie darstellt.

Rolf Stahlhofen im Slum

Machte sich ein Bild vor Ort: Rolf Stahlhofen

Seine Rolle als Wasserbotschafter der Vereinten Nationen nimmt Rolf Stahlhofen sehr ernst. Auf seinen Benefizkonzerten tritt er nicht nur selbst auf, sondern motivierte am 21.März 2013 auch namhafte Künstler, darunter Laith Al –Deen, Gentleman, Fools Garden, Andreas Bourani, Emma Landford, Gastonge und viele andere für ein Benefizkonzert im Capitol Mannheim, um Geld für diese Projekte zu sammeln.

„Hilfe zur Selbsthilfe”

Vertreter beider Stiftungen und Wasseranlage

Gemeinsame für das Menschenrecht auf Wasser: Rolf Stahlhofen von Water is Right und Arno Köster von der Udo Lindenberg Stiftung

Water is Right arbeitet nicht mit Standardlösungen, sondern entwickelt Versorgungs-konzepte, die auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst sind. „Es ist nicht zielfördernd, teure Anlagen durch externe Techniker zu installieren, die anschließend nicht gewartet werden und von den Menschen vor Ort nicht in Eigenverantwortung bedient und gepflegt werden können. Deshalb ist ein wichtiger Aspekt der Projekte die Einbeziehung lokaler Handwerker und Materialien, die Schulung und Einbeziehung der zukünftigen Nutzer“ so Karun Koernig, operativer Leiter der Water is Right Stiftung, der gemeinsam mit Steffen Förster von Lavaris den Bau der Anlagen und der dazu gehörigen Ausgabestationen betreute und die lokale Bevölkerung mit ins Boot holte.

Bereits bei der Planung wurden örtliche Besonderheiten, politische und kulturelle Rahmenbedingungen und das Nutzerverhalten miteinbezogen. Nur so konnte es gelingen, innerhalb so kurzer Zeit und mit dem Engagement und dem unermüdlichen Einsatz der Menschen in Bombolulu beide Projekte umzusetzen. Sowohl das Wasserversorgungskonzept, als auch alle Umbau- und Neubaumaßnahmen wurden mit lokalen Arbeitskräften und Materialien durchgeführt. In beiden Projekten konnte so rund 100 Arbeitsplätze im Projektzeitraum geschaffen werden.

Wasserversorgung für weitere Menschen

Auch Lehrer und Eltern sollen das Wasser künftig kostenfrei erhalten. Insgesamt können die installierten Wassersysteme so über 2000 Menschen mit sauberem und gesundem Trinkwasser versorgen. Weil die Kapazität der Anlagen dadurch aber lange noch nicht ausgelastet ist, könnten möglicherweise schon bald weitere Schulen und die Bombolulu Community von der Waterbox profitieren, wagt Arno Köster von der Udo-Lindenberg-Stiftung einen Blick in die Zukunft und ist gleichzeitig stolz auf das Erreichte: „Ich freue mich, dass wir dieses Projekt, gemeinsam mit der Water is Right Foundation und Lavaris Technologies umsetzen konnten. Vor einem Jahr waren Rolf Stahlhofen und ich vor Ort und haben versprochen, dass wir unsere Vision von sauberem, frischem Trinkwasser für Bombolulu umsetzen werden. Jetzt steht hier eine Waterbox. Das beweist, dass man mit Visionen eben nicht zum Arzt gehen, sondern sie umsetzen sollte. Es macht uns stolz zu sehen, was aus einer kleinen Idee geworden ist!”

Projektteam in Kenia mit Banner von Water is Right

Das Projektteam in Kenia sorgte für die erfolgreiche Umsetzung.

Die Finanzierung des Projekts übernahmen größtenteils die beiden Stiftungen. Die Udo-Lindenberg-Stiftung stellte rund 30 000 Euro bereit, Water is Right etwa 20 000. Ein Großteil der Mittel wurde durch die Friedrich W. Schneider GmbH & Co. KG und Stetson zur Verfügung gestellt, die sich der Projektphilosophie anschlossen und durch eine großartige Charityaktion zu ihrem Firmenjubiläum Gelder zur Verfügung stellten. Dadurch dass auch einige Grundschulen am Firmensitz von Lavaris im Vorfeld von dem Vorhaben erfahren hatten, kam ebenfalls ein kleiner Betrag durch Spenden von Schülern, Eltern und Lehrern aus Hof zustande. „Wasser ist keine Währung. Wasser ist ein Wert. Es darf nicht zum Spielball wirtschaftlicher Akteure werden; ein Menschenrecht lässt sich nicht verkaufen!“ Rolf Stahlhofen